Manchmal ist auf Reisen alles doof – Der schwierige Weg ins Paradies

Manchmal ist beim Reisen alles doof

Glaubst Du Reisen sei immer wunderbar? Als Reiseblogger mit viel Reiseerfahrung weiß man Bescheid und es geht nie etwas schief? Das stimmt so leider nicht!

Unterwegs ist manchmal einfach alles doof, alles geht schief und Du bist nicht mehr entspannt am lächeln, sondern am Rande des Wahnsinns.
Und ganz besonders doof finde ich es, in solchen Situationen alleine zu sein. Denn zu zweit sind solche Situationen oft besser zu meistern. Zum Einen, kann man sich gegenseitig wieder runterholen und später vielleicht sogar darüber lachen. Zum Anderen hat man Verstärkung, wenn man sich durchsetzen oder seine Rechte einfordern muss.

 

Manchmal ist alles doof auf Reisen

Hallo ich bin Steffi und ich reise gerne alleine. Aber so manchmal, da finde ich alleine reisen so richtig kacke. Ich hatte das ja schonmal in meinem Alleine Reisen Pro und Contra Artikel angedeutet, das. es auch mal nicht so schöne Momente gibt. Und genau diese, sind oft zu zweit besser zu ertragen oder zu managen.

Es gibt auch ganze Tage die einfach doof sind. Dann wünsche ich mir Verstärkung, jemanden der sich kümmert, der nach meinem Gepäck schaut oder der die Verhandlungen führt. Oder aber jemanden, der mich einfach runterholt und total entspannt bleibt. So einen doofen Tag gibt es nicht auf jeder Reise und schon gar nicht ständig, denn sonst würde ich wohl kaum alleine reisen.

Auf meiner letzten Thailandreise, da gab es allerdings so einen Tag. Einen Tag an dem von vorne bis hinten der Wurm drin war. Und weil ich Dir nicht vorenthalten will, dass auch mal das Gefühl “Alles Scheisse!” auftaucht, schreibe ich diesen Artikel. Ich bin noch voller Emotionen und weiß auch noch nicht ob Du diesen Artikel jemals zu lesen bekommst, aber ich schreibe. Ich schreibe damit ich es los bin.

 

Der Tag vor dem Desaster -Manchmal ist auf Reisen alles doof

Am frühen Morgen breche ich in Pai auf, um mit dem Minivan nach Chiang Mai zu fahren. Ich habe ein bisschen Bedenken vor der Fahrt, denn auf dem Hinweg wurde es mir, trotz Reisetabletten, so richtig schlecht.

In Pai hatte ich übrigens eine großartige Zeit (hier geht es zum Pai Artikel).

Pai Country Huts

Dank dem Tipp einer Reisebekanntschaft hab ich früh genug gebucht und den Beifahrersitz ergattert. Außerdem eine halbe Stunde vor der Abfahrt direkt zwei Reisetabletten und in der Pause nochmal eine Reisetablette genommen. Und nichts gegessen und schon gar nichts mit Kohlensäure getrunken.

Was soll ich sagen? Die Fahrt war großartig. Die meiste Zeit habe ich verschlafen und mit einem riesigen Hunger und ganz ohne Probleme bin ich in Chiang Mai angekommen. Mein Gepäck konnte ich bei Paul (mehr dazu im Chiang Mai Artikel) unterstellen und schon ging es zum Mittagessen mit Annik von Misses Backpack.

Danach habe ich noch ein bisschen eingekauft, um mich für die anstehende Fahrt mit dem Nachtzug zu verpflegen. Ich hab mich auf die Zugfahrt, der ich bald in einen Artikel widme, echt gefreut.

 

Es geht los…. Phase 1 – Manchmal ist auf Reisen alles doof

Die Zugfahrt war eigentlich ganz ok. Leider konnte ich, aufgrund lärmender Kinder und scheinbar anti-autoritär erziehender Mutter, nicht so richtig gut schlafen. Also eigentlich richtig wenig. Neben dem Lärm war es auch unglaublich kalt im Abteil.

Zu allem Überfluss ist dann auch noch mein (eigentlich) voll geladener MP3 Player leer gewesen und auch die voll geladene Powerbank hat irgendwie den Geist aufgegeben.

Naja, manchmal ist das eben so, kein Grund zur Aufregung und außerdem geht es ans Meer! Also schön entspannt bleiben. Ziemlich müde, aber trotzdem relativ gut gelaunt, komme ich in Bangkok an.

Nachtzug Bangkok Chiang Mai

Mit dem Taxi zur KhaoSan Road, denn da soll nachher der Bus nach Koh Samet fahren. Erstmal zum großen M für Internet und Kaffee, denn es ist wohlgemerkt erst sieben Uhr und hier hat noch nichts geöffnet.

Ich checke Mails und meine Busbuchung ist irgendwie gecancelled. Das heisst der Bus um Neun ist nicht gebucht. Ähhh ok?
Und online kann ich auch keinen Bus mehr für den gleichen Tag buchen. Die Laune sinkt! Ich bin super müde, der Kaffee dauert auch viel zu lange und ich habe keinen Bus.

 

Bus und Fähre nach Koh Samet – Phase 2

Ich gehe also um Viertel vor neun zu der Travelagentur bei der ich gebucht habe, zeige meine gecancellte Buchung und frage ob denn im Bus noch was frei ist.

Es wird telefoniert und ist angeblich nichts mehr frei um neun, aber um zwölf. Meinen Rucksack kann ich stehen lassen. Ich buche also für zwölf den Bus inklusive Fähre und suche erstmal was zum frühstücken.

EINSCHUB:
Um die Situation besser zu verstehen sollte vielleicht noch gesagt werden das ich meine Periode hatte und diese Tage echt nicht einfach sind. Abgesehen von starken Schmerzen bin ich auch emotional in dieser Zeit empfindlicher als sonst. Naja sagen wir mal sehr empfindlich oder besser noch: emotional verwirrt. Auf jeden Fall muss ich manchmal heulen, einfach so….. Aber dazu kommen wir dann später.
EINSCHUB ENDE

Beim Frühstück quatsche ich am Telefon mit Annik, was mir unendlich gut tut. Ich fahre wieder ein bisschen runter, frühstücke und freue mich über Steckdose und Wifi. Weil noch viel zu viel Zeit ist und es schon morgens um zehn unerträglich heiß in Bangkok ist, entscheide ich mich für eine Fußmassage. Natürlich drinnen mit AirCon.
Ob es ok für mich wäre wenn ein Mann die Massage macht? Ja warum nicht denke ich.  Als ich dann im ersten Stock alleine in so einem Raum sitze frage ich mich ob jetzt der Moment ist um zu gehen.
Die Massage ist am Ende eine ganz normale Fußmassage und eigentlich sogar eine echt gute.

Obstsalat in Thailand

Anschließend gehe ich zurück zur Travelagentur und warte. Noch ein paar Leute kommen und warten und warten und warten. Endlich kommt jemand. Allerdings auf dem Roller und fragt wohin wir wollen. Er sammelt die Tickets ein und sagt wir sollen ihm folgen. Weg ist er mit seinem Roller und wir alle mit großen Rucksäcken bei über 30 Grad hinterher. Ein paar hundert Meter weiter stehen noch mehr Leute und warten auch.

Alles wirkt sehr chaotisch und scheinbar hat keiner eine Ahnung. Drei Leute gehen rum und fragen immer wieder wohin wir wollen.
Hin und her und hin und her, irgendwann sitze ich in einem Bus der wohl nach Koh Samet fährt. Außerdem ein junges Pärchen aus Tschechien, mit denen ich mich ein bisschen unterhalten habe und froh bin, dass jemand das gleiche Ziel hat.

Die Fahrt ist ok, es gibt auf Nachfragen einen Toilettenstopp und wir kommen irgendwann gegen halb vier am Pier an.  Und der Busfahrer will sich aus dem Staub machen. Wir fragen nach was mit den Tickets ist, weil ja die Fähre schon gebucht ist. Denn es war en Bus und Fähre Kombiticket. Also zumindest angeblich. Der Fahrer weiß von nichts und weigert sich in Bangkok anzurufen. Der Freund der Tschechin ist auf 180 und versucht unser Recht zu erstreiten, aber keine Chance. Doof auch, dass da keiner von uns bei der  Abfahrt daran gedacht hat. Also irgendwie selber schuld, aber trotzdem blöd.

 

Mit dem Speedboot zum Hotel – Phase 3 – Kritische Phase

Ich bin müde, mir ist heiß, ich hab mega Unterleibschmerzen die fröhlich in den Rücken strahlen und ich will endlich ankommen. Vollkommen genervt wollen wir drei also ein Fährticket buchen. Ich habe ja schon meine Unterkunft, die beiden wollen spontan was suchen und deshalb zum Hauptstrand. Ich lasse mich überzeugen ein Speedboot (natürlich viel teurer) zu buchen, das mich direkt am Strand vom Hotel absetzt. Und die Rückfahrt mit der Fähre ist free und der Tag der Rückfahrt frei wählbar. Daran glaube ich jetzt zwar nicht, aber scheißegal!

Ich zeige also wohin ich muss, mir wird gesagt es fährt jetzt gleich ein Boot und ich entscheide mich dafür. Kaum sitze ich im Boot, da kommen die anderen beiden auch noch. Zwar doppelt gezahlt, aber mit Aussicht darauf endlich anzukommen steigt die Stimmung kurzzeitig und mir wird auch gar nicht schlecht auf dem Boot.

Manchmal ist beim Reisen alles doof

 

Die Eskalation – Manchmal ist auf Reisen alles doof

Die Anderen steigen am Hauptstrand aus und ich wünsche ihnen eine gute Zeit und freue mich auch bald da zu sein. Das Boot fährt 100 Meter weiter und will mich absetzten, obwohl das nicht mein Hotel ist. Ich zeige nochmal den Namen meiner Unterkunft, inklusive Adresse. Ich zeige sogar auf der Karte wohin ich muss und bekomme als Antwort dass er nicht dorthin fährt und die am Pier ihm gesagt hätten ich müsse hier hin.

Ich bin müde, habe Hunger, Durst und Schmerzen und ich will endlich ankommen. Ich versuche also zu erklären das ich aber nicht hier hin muss und bei der Buchung auch nichts dergleichen gesagt, sondern meine Unterkunft mit Adresse gezeigt habe.
Egal, alles hilft nichts, der Kollege hat meinen großen Rucksack schon an Land befördert und auch ich werde freundlichst gebeten zu gehen.

Da stehe ich nun, am weißen Strand von Koh Samet und alles ist doof. Ich bin schlapp, hab keine Lust mehr und fühle mich zum zweiten mal an einem Tag dermaßen verarscht. Erst die Sache mit dem Bus, dann das mit dem Boot. Ich will endlich ankommen!!!

Und weil ich so sauer und außerdem ja “emotional verwirrt” bin, heule ich erstmal. Der Hotelmitarbeiter sagt er ruft mir ein Taxi und fragt wohin ich denn müsste. Ich motze den armen Kerl an, das ich es doch auch nicht weiß und nur die Scheiß Adresse und den Namen von der Unterkunft habe.

Die Jungs sind überfordert mit mir, ich auch! Ich kann nicht aufhören zu heulen und will nach Hause! Und zwar sofort jetzt, auf der Stelle!

 

Ich mag nicht mehr -Manchmal ist beim Reisen alles doof

Das erste Taxi hält an und weiß nicht wo meine Unterkunft  sein soll, also fährt er weiter. Ein neues Taxi, mittlerweile drei Hoteljungs die versuchen mir zu helfen. Ich am heulen.

Der Fahrer sagt er weiß wo ich hin muss und zeigt mir die Preisliste. Ich heul noch mehr los, weil ich nochmal den Preis vom Speedboot zahlen soll und alles einfach ungerecht und gemein und scheisse ist. Der Fahrer ist auch überfordert und ich muss ein Drittel weniger zahlen. Heulend schmeiß ich also mein Zeug hinten rein und klettere hinterher.

Die Fahrt geht los und irgendwann kommen wir an und ich heule immer noch. Ich checke ein und heule immer noch und kann mich nicht beruhigen. Der Bungalow ist einfach, aber mir gefällt es und ich kann sogar das Meer sehen. Trotzdem heule ich weiter.

Erst als ich mich umgezogen habe und ins Meer gesprungen bin, wird es langsam besser…

Manchmal ist beim Reisen alles doof

Am nächsten Morgen bin ich ausgeschlafen und fühle mich wie neu. Ich genieße den kleinen Strand, suche mir ein schönes Plätzchen mit Blick aufs Wasser und bestelle mir einen leckeren Fruchtshake und Frühstück.

Manchmal ist beim Reisen alles doof

Beim Frühstück lasse ich den gestrigen Tag nochmal Revue passieren und frage mich selbst warum ich so überreagiert habe. Ich  schäme mich fast ein bisschen dafür.  Ich schiebe das jetzt Mal auf Schlafmangel, Hunger, Durst, emotionale Verwirrtheit und Schmerzen.

Und wie einfach, günstig und unspektakulär die Rückfahrt war, das erfahrt ihr im Koh Samet Artikel.

Lange habe ich überlegt und mich dann doch dazu entscheiden den Artikel zu veröffentlichen. Auch wenn ich es im Nachhinein als total übertrieben und lächerlich empfinde, in dieser Situation war einfach alles doof und ich hatte echt keine Lust mehr!

Ich möchte Dir zeigen, dass auch mir alles zu viel werden kann und eben manchmal auf Reisen alles doof ist. Aber so ein doofer Tage geht vorbei und es folgen jede Menge guter Tage. Ich hatte eine superschöne Zeit auf Koh Samet und kann die Insel echt empfehlen. Der Artikel ist schon in Arbeit.

 

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6 Kommentare

  • Hallo Steffi, Deine Artikel über Thailand sind einfach toll, ich bin schon etwas älter und werde im Januar das erste Mal alleine nach Thailand reisen, davor 2 mal mit Tochter. Mein Ziel ist zuerst Koh lipe ca. 6 Tage und dann von dort aus nach Koh Lanta und dann evtl . Bangkok für 2 Tage oder mal sehen vielleicht davor Krabi. Ich habe keine Angst alleine zu reisen, würde mich aber über einige Tipps freuen.
    Ganz liebe Grüsse Dagmar

  • Ach, das klingt aber abenteuerlich 😱

    Aber meistens klappt es ja so, wie wir uns das vorstellen. Ich bin auch die meiste Zeit allein unterwegs und kann deinen Text sehr gut nachempfinden.

    Verrätst du mal den Namen der netten Holzhütte in Pai?

    Liebe Grüße
    Isabel

    • Hallo Isabel 🙂

      Ja das war echt ein blöder Tag, aber dafür waren die danach wirklich wunderbar.
      In Pai das war Pai Country Huts, kann ich wirklich empfehlen.

      Liebe Grüße
      Steffi

  • Tja, manchmal geht eben wirklich alles schief.
    Traurig, dass du an so betrügerische Menschen gekommen bist. Der Tourismus versaut eben vieles.
    Zum Glück ist der Großteil der Reiseerlebnisse anderer Natur.
    Ich lese deine Reiseberichte sehr gerne. In der Fortsetzung geht´s hoffentlich wieder bergauf.

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