Nicht zu viele Gedanken machen – einfach gehen!

Pavianbaby im riverside wildlife reserve
Pavianbaby

Ich freue mich heute Kirsten zum Interview auf dem Blog zu begrüßen. Sie war als Volontär in Südafrika und hat mir all meine Fragen zu diesem spannenden Thema beantwortet.

 

Stell Dich doch bitte kurz vor.

Mein Name ist Kirsten Gassen, ich bin 26 Jahre alt, komme ursprünglich aus Düsseldorf und wohne zurzeit in Hamburg. Ich studiere English as a World Language im Master und arbeite nebenbei als Werkstudent im Airbus Gesundheitsmanagement.

2009 bin ich das erste mal nach Südafrika gefahren und habe dort als Volontärin im Riverside Wildlife Rehabilitation and Environmental Education Center, Limpopo Province, gearbeitet. Insgesamt war ich jetzt bereits vier mal als Volontärin dort tätig.

 

Wie kamst Du auf die Idee an einem Freiwilligenprojekt im Ausland teilzunehmen?

Ich wollte nach dem Abi 2009 nach Afrika, wollte aber keinen “Strandurlaub” machen. Nach Afrika wollte ich schon immer und Freiwilligenarbeit ist in unserer Familie durch die Pfadfinderei tief verwurzelt.

 

Wie/Wo hast Du nach Projekten gesucht und wo hast Du das für Dich passende Projekt gefunden?

Ich habe im Internet bei verscheidenen Organisationen (z.B. RealGap) nach Projekten gesucht, die mich interessieren. Im Portfolio von RealGap habe ich Riverside gefunden und bin das erste mal mit dieser Organisation dort hin gereist.

Die folgenden Male habe ich direkt über die Inhaber der Station gebucht.

spaß mit den anderen freiwilligen in Südafrika
Bei der Arbeit – Volontär in Südafrika

 

Volontär Südafrika – Gab es organisatorische Hürden? Welche?

Beim ersten mal hat sich RealGap nicht gekümmert, war nicht involviert oder interessiert daran meine Fragen zu beantworten.
Die folgenden Male hatte ich keine Schwierigkeiten und eventuelle Fragen wurden mir sofort von Lynne Venter (Inhaberin von Riverside) beantwortet.

 

Erzähl mir und meinen Lesern etwas über das Projekt.

Riverside ist eine Auffangstation für verwaiste, verletzte Wildtiere oder solche, die als Haustiere gehalten wurden. Die Tiere werden auf der Station (medizinisch) versorgt und beginnen direkt mit dem Prozess zur Wiederauswilderung.

Die Tiere müssen verschiedene Stufen durchlaufen bevor sie ausgewildert werden können. Dieser Prozess dauert bei jedem Tier individuell lange und kann nicht beschleunigt werden. Die Volontäre und das Team der Station wirken dabei lediglich unterstützend.

Tägliche Aufgaben wie das Reinigen der Käfige und Gehege, medizinische Versorgung und Nachsorge, Versorgnung mit Futter, etc. werden von einer internationalen Mischung von Volontären verschiedener Altersklassen in enger Zusammenarbeit mit dem Team erledigt.

Käfige schleppen, eine Aufgabe als Volontär in Südafrika
Muskeltraining

 

Hierbei kommt es darauf an, die Berührungspunkte von Mensch und Tier je nach Stufe der Rehabilitation möglichst gering zu halten. Es ist zu beachten, dass die Jungtiere evtl. in den Volontären “Mutterersatz” suchen, welches als “Nebenbaufgabe” von den Volontären wahrgenommen wird.

Das Projekt wird nicht vom Staat unterstützt und finanziert sich ausschließlich über Spenden und die Volontäre.

 

Wie waren die ersten Tage als Volontär in Südafrika?

Anstrengend, da man sich nicht auskennt, viele verschiedene Leute da sind, die man alle nicht kennt und die Arbeit körperlich anspruchsvoll ist. Auch die Sprache spielt hierbei eine große Rolle – es wird ausschließlich Englisch gesprochen.

Allerdings haben die Inhaber der Station –Bob und Lynne- eine sehr familiar Atmosphäre geschaffen. Ich habe mich schnell an alles gewöhnt und sehr bald sehr wohl gefühlt.

 

Wo und wie hast Du während des Projekts gewohnt?

Die Schlafsäle unten am Fluss, in der Nähe des Pools, sind einfache Holzhütten. Jeder Volontär hat ein eigenes Bett und einen Schrank für sich, die Schlafsäle an sich teilt man sich mit 4 bis 8 anderen Leuten.

Unterkunft beim Riverside Volunteering Projekt
Schlafsaal und Freiluftdusche

 

Die Duschen sind ebenfalls Gemeinschaftsduschen unter freiem Himmel – einer Dusche unter den Sternen steht also nichts im Weg. Die Unterbringung ist zweckmäßig aber liebevoll – die Steppdecken sind in afrikanischen Mustern gehalten und man schläft mit den Geräuschen des Busches ein.

 

Was hat das Ganze gekostet?

Pro Woche etwa 400 Euro mit der Organisation.
Ohne Organisation etwa 250 Euro pro Woche mit direkter Buchung über Lynne Venter.

 

Warst Du schon vorher alleine auf Reisen?

Ja, mehrmals. Mit 14 alleine in den USA, 15 alleine in Schottland.

 

Welches war Dein schönstes Erlebnis, als Volontär in Südafrika?

Das schönste Erlebnis war, Babyaffen kennenlernen zu dürfen, die sich absolute und bedingungslos auf mich verlassen haben, mich gebraucht haben. In Kombination mit den tollen Leuten vor Ort war das mein schönstes Erlebnis.

Pavianbaby im riverside wildlife reserve
Pavianbaby

 

Welche Tipps kannst Du anderen Mädels geben, die Lust auf Freiwillegenarbeit im Ausland haben?

Nicht zu viele Gedanken machen – einfach gehen! Das meiste kann man ohnehin vor Ort am besten klären.

Offen sein, den Mund aufmachen und einfach reden, egal wie “schlecht” man die Sprache spricht.

Alles probieren, sich mal mehr zutrauen als evtl. Zuhause in der Regel der Fall ist.

 

Volontär in Südafrika, wäre das auch was für Dich? Oder hast Du selbst schon Erfahrungen mi Freiwilligenarbeit macht?

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