Reisen mit Hund: Immer den Pfoten nach!

Ich reise meistens alleine oder mal mit Freunden oder der Familie.

In meiner Reisezielwahl bin ich somit völlig frei, muss auf nichts und niemanden Rücksicht nehmen und reise immer genau dorthin wo ich hin möchte.

Wie ist das ganze aber mit Hund?
Ist ein Hund eine Einschränkung beim reisen?
Wie und wohin kann ich eigentlich mit Hund reisen?

 
SAMSUNG CSC

 
Antworten auf diese Fragen bekommst und in diesem Gastartikel von

Neele Nyhof vom Fiffibene Hundeblog

 
Puh, Asien, Neuseeland, Australien…Steffis Reiseziele sind voller Abenteuer und selten nur einige Kilometer von der Homebase Deutschland entfernt. Fernreisen sind klasse. Unkonventionelle Fernreisen gespickt mit vielen Abenteuern, Überraschungen, klimatischen Herausforderungen und Kulturen, die komplett anders sind als unsere, bereichern zudem ungemein. Aber wie schon Goethe wusste:

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? … Lerne nur das Glück ergreifen. Denn das Glück ist immer da.

 
Mit Hund ist man an dieses nahe Gute verwiesen und lernt Glück noch einmal von einer ganz anderen Seite kennen – nicht nur auf Reisen.

 
Reisefußfessel Hund?

Mit Hund sind wir nicht weniger frei als andere. Es ist einfach eine andere Art von Freiheit und Loslassen. Genau wie es eine andere Art des Reisens ist, die genauso glücklich macht und oftmals sehr viel abenteuerlicher sein kann als erwartet. Daher trägt man mit Hund keine Fußfessel, sondern hat ständig einen Reiseführer zum Glück und einen Philosophen an seiner Seite.

Wilma ist seit 2012 in unserem Rudel. Kurz bevor wir das kleine Knautschgesicht mit dem verschmitzten Ausdruck in den Augen zu uns geholt haben, haben wir uns einen Urlaub auf Fuerteventura gegönnt. Denn eines war klar: Wenn der kleine Wirbelwind unser Leben aufmischt, wird er das auch in den Ferien tun: Ohne Wilma wird es keinen Urlaub geben – naja, vielleicht EINE Ausnahme. Und mit dieser Einstellung sind wir nicht allein: Jeder Zweite nimmt laut einer Forsa-Umfrage seinen Vierbeiner mit in die Ferien. Die Mehrheit wählt dabei das Urlaubsziel Hund-gerecht aus. Das bedeutete keinen Verzicht, sondern eine Umorientierung.

Hund

 
Was verbirgt sich hinter der Prämisse „Hund-gerecht“?

Heiße Regionen wie Ägypten, Dubai oder tropische Ländern stehen bei Herrchen und Frauchen sehr selten auf der Liste möglicher hundefreundlicher Reiseziele. Das vor allem deswegen, weil Hunde oft mehr als Menschen unter der Hitze leiden. Ihr werdet uns drei also nie an einem südlichen Strand in der Sonne schmoren sehen.

Eine Rolle spielt für uns auch, wie lange die Reise dauert und mit welchem Vehikel wir zum Ziel kommen können. Tagelang in glühender Hitze über endlose Balkanstraßen Richtung Türkei zuckeln? No way.

Ihr werdet Wilma auch nie verpackt in einer Hundebox und sediert bis zum Anschlag im Frachtraum eines Flugzeugs nach Australien oder Hawaii sehen. Derzeit denken wir aber tatsächlich über eine Reise nach Montana nach (dies wäre die oben angedeutete Ausnahme). Die einzige Option für uns in diesem Fall: Wili checkt für zwei Verwöhn-Wochen bei „Oma“ und „Opa“ ein.

 
Das nahe Gute…

Unsere bisherigen Urlaubsziele befanden sich hauptsächlich in den Bergen: Südtirol, Italien, Österreich und den Schwarzwald (Miniberge) haben wir mit Wilma unsicher gemacht. Und ich kann euch sagen, das war alles andere als langweilig: Wir haben 3000er bestiegen, uns beinahe verlaufen, sind in Bergseen gesprungen, über Hängebrücken balanciert, vor Kühen geflüchtet, haben uns durch Nebelwände gekämpft und sind vor einem verrückten Almöhi geflohen. Ich behaupte übrigens bis heute, dass wir auch von einem wilden Wolf im Schwarzwald verfolgt wurden! Zu dieser Geschichte gibt es allerdings mindestens zwei Versionen…

Wandern mit Hund

 
Hunde öffnen die Seele der Menschen

Bei unseren Reisen mit Hund wirkt Wilma wie ein Eisbrecher. Wir haben die Ortsansässigen in wundervollen und intimen Gesprächen bei Brettl Jause, Holunderschorle und selbstgebranntem Schnaps von einer sehr persönlichen Seite kennen gelernt. Wilma bringt die Augen der Hüttenwirte regelmäßig zum Leuchten und es scheint kaum jemanden in den Bergen zu geben, der sein Leben noch nicht mit einem Hund geteilt und gemeinsam alpine oder andere Abenteuer erlebt hat.  reisen mit hund

 
Strand-Urlauber „Hund“

Falls ihr nicht zu den alpinen Typen mit Höhenjunkie-Affinität gehört, gibt es übrigens auch wunderbare hundefreundliche maritime Reiseziele. Diese vier Reiseziele in Deutschland, Holland und Italien bestechen durch ihre besondere Spezialisierung auf das Hund-Mensch-Team:

Das Seehotel Moldan in Bayern hat sich darauf spezialisiert, Herrchen und Hund besondere Erholung zu bieten. Hier gibt es Wellness nicht nur für Menschen, sondern eben auch für Hunde, genauso wie einen eigenen Hundepool und speziell ausgebildete Hundetrainer.

Berühmt beim maritimen Herrchen und Frauchen ist auch der kilometerlange feinsandige Hundestrand von Noordwijk in den südlichen Niederlanden zwischen Amsterdam und Den Haag, auf dem Mensch und Tier das ganze Jahr herumtollen können. Im dazugehörigen Pavillon gibt es sogar Snacks für Herrchen und Frauchen – sowie Häppchen „voor de hond“. Hundefreundliche Restaurants finden sich dort ebenfalls.

Legendär ist auch das italienische Hundestrandbad Baubeach bei Rom („Bau“ heißt auf Italienisch „Wau“), in dem Leinen und Maulkorb „zur Sozialisierung“ verboten sind; und am Pluto-Strand in Bibione an der Adria erhalten Hunde nicht nur eigene Liegen, Sonnenschirme und Näpfe, sondern seit diesem Sommer auch ein Hunde-Eis („Ice-Bau“) zur Abkühlung. Falls ein Hund trotzdem einen Urlaubskoller bekommt, kann er zweimal pro Woche an einem kostenlosen Erziehungskurs teilnehmen.

Die Tourismusbranche hat in den vergangenen Jahren Verpasstes nachgeholt und bietet immer mehr hundefreundliche Angebote. Mittlerweile wird sogar ein Hunde-Touristik-Studiengang angeboten.

 

10 besonders hundefreundliche Länder

Allerdings sind Hunde nicht überall gern gesehene Gäste. In vielen Hotels und Ferienunterkünften sind sie schlicht nicht erlaubt. Eine Website hat kürzlich Hotelbetreiber und Reiseanbieter auf ihre Hundefreundlichkeit untersucht und eine Top 10 der hundefreundlichsten Reiseländer der Welt erstellt.

Hund und Wasserfall

Praktischerweise finden sich fast nur europäische Reiseziele unter den Top 10. Schließlich kann man dort mit dem Auto hinreisen, was für den Hund weitaus weniger Stress bedeutet als ein Flug. Und sollte man doch fliegen, muss der Hund nur vergleichsweise kurze Zeit im Laderaum des Fliegers verbringen.

Top 10

  1. Schweiz

  2. Deutschland

  3. Tschechische Republik

  4. Österreich

  5. Frankreich

  6. Polen

  7. Italien

  8. Schweden

  9. Kanada

  10. Marokko

Dass Marokko unter den Top 10 ist, hat mich ehrlich gesagt überrascht. Möglicherweise liegt es daran, dass viele Schweizer, Deutsche und Franzosen nach Marokko ausgewandert sind und dort Hotels besitzen. Und diese drei Länder wiederum befinden sich schließlich auf den vorderen Plätzen der Rangliste.

 

Drei persönliche Empfehlungen vom Fiffibene Hundeblog

Diese drei Destinationen kann ich euch empfehlen. Es handelt sich um einfache, aber sehr sympathische Gastgeber beziehungsweise um eine Selbstversorger-Hütte. Luxus für Hund und Mensch brauchen wir nicht. Natur allerdings umso mehr.

  1. Pichlerhof, Italien, Rein in Taufers http://www.pichlerhof.com/

  2. Schwarzwaldblick, Schwarzwald, Lauterbach http://www.schwarzwaldblick-lauterbach.de/

  3. Berghüttenurlaub in Österreich (Nationalpark Hohe Tauern, Selbstversorgerhütten) Hier entlang 

     

    Welches Ziel kannst Du für einen Urlaub mit Hund empfehlen?

Join the Conversation

2 Comments

Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

  1. Ein ganz toller Artikel! Vielen Dank dafür!
    Wir reisen ja auch immer mit Hund – mit kleinem Hund – und Pepe begleitet uns auf alle möglichen Touren und Unternehmungen.
    Unsere Prämisse ist immer: Dem Hund geht es dann am allerbesten, wenn er bei seinem Rudel (also bei uns) ist. Daher trauen wir ihm auch viel zu, nehmen ihn meist mit – und wenn es dann nicht mehr weiter geht, trifft der entscheidende Satz in diesem Artikel zu:
    Den Hund dabei zu haben bedeutet keinen Verzicht, sondern ein Umorientierung!

    Und zwar eine, die uns schon viele wunderbare Momente beschert hat!

    Viele Grüße, Alex