Mein Reisebild am Freitag 2.10.2015

philippinen manila

Das heutige Reisebild am Freitag kommt von Christian.

 Christian ist in der Welt zu Hause.
Er hat Tourismus studiert und ist bereits viel gereist – vor 4 Jahren wanderte er schließlich aus Deutschland aus und blieb auf der paradiesischen Karibik-Insel Grenada hängen. Darauf folgte eine einjährige Weltreise, in der er auch die Philippinen besuchte.
Mittlerweile hat es Christian
erneut in die Karibik verschlagen und er macht die Dominikanische Republik abseits von All Inclusive und Strandliege unsicher. – Darüber, sowie über alle anderen Reiseerlebnisse schreibt er auf seinem Blog My-Travelworld.

 

Armut, Gastfreundschaft und Herzlichkeit in den Barangays von Manila

Es sind diese Geschichten, die nur das Reisen schreibt.
Für 4 Tage war ich in Manila unterwegs. Eine Stadt, die normalerweise jeder Reisende so gut es geht meidet. Chaos, Lärm und Gestank regieren hier, so die gängige Meinung.

Nun, im Prinzip kann ich das auch bestätigen. Allerdings hatte ich die Gelegenheit, ein wenig unter der Oberfläche zu kratzen und hatte das Glück, in Manila einen extrem offenen und engagierten Couchsurfing-Host zu finden.

Aus diesem Grund wohnte ich nicht in einem der zahlreichen Hostels im Stadtzentrum, sondern in Alabang, einem Vorort von Manila, der lediglich mit dem Commuter Train zu erreichen ist. Schon alleine auf diese Weise wäre Manila spannende Geschichten wert gewesen, denn gemeinsam erkundeten wir Märkte und stürzten uns eben in jenes Chaos von Manila. Zudem zeigte er mir und zwei anderen Couchsurfern viele interessante Seiten von Manila, die wir sonst nie kennengelernt hätten. Mehr dazu auch in meinem Blogbeitrag über Manila.

 

Doch besonders der kleine und eigentlich unscheinbare Barangay Alabang (Barangay ist ein philippinisches Synonym für einen Vorort, ähnlich einem Barrio oder einem Suburb) sorgte für die schönsten Begegnungen.

Normal würde man sich hier als westlicher Besucher nie hinein verirren: Blechhütten, Müllberge und Großfamilien, die auf engsten Räumen miteinander auskommen müssen.

Doch genau dies war (wieder einmal) der optimale Nährboden für eine unbeschreibliche Gastfreundschaft, die uns hier widerfuhr.

Nicht nur, dass unser Couchsurfing-Host und seine Familie in ihrer unbeschreiblich kleinen Wohnung (3 Quadratmeter Schlafzimmer für 3 Personen, Mini-Wohnzimmer für 4 Gäste und mindestens 7 Familienmitglieder etc.) alles für uns taten (und uns auch die philippinische Küche sehr nahe brachten), damit wir uns wohlfühlten, auch das „Barangay“ stand dem in Nichts nach.

Eines Nachmittags unternahmen wir Drei (ohne unseren Filipino-Freund) schließlich einen Spaziergang durch Alabang – entlang der Bahnschienen, die mitten durch das Wohngebiet führten und im Prinzip das Herz des Barangays sind.

Hier spielt sich quasi das Leben ab: Kinder toben an den Gleisen, nebenan wird Basketball gespielt, mit selbst gebauten Draisinen werden Einkäufe befördert und die Älteren sitzen gemütlich auf ihren schon Jahrzehnte alten Höckerchen. Typische Vorort-Atmosphäre in einem Entwicklungsland eben. Aller 30 Minuten wird schließlich das Feld geräumt – nämlich dann, wenn der Zug an den alten Wellblechhütten vorbei scheppert.

Nach einer anstrengenden Runde Basketball, zu der ich spontan eingeladen wurde (der 1,95m große Weiße war natürlich unter den 1,50m-Filipinos die große Attraktion ) sowie einem Foto-Shooting mit ein paar neugierigen Kids, die vielleicht noch nie einen Ausländer gesehen haben, kamen wir bei den im Foto zu sehenden Jugendlichen vorbei.

Diese hatten sich aus alten Blechdosen, Pappkartons und Sperrholzplatten ein kleines Schlagzeug-Sammelsorium gebaut, auf dem sie uns stolz ihre Künste darboten.

Es war beeindruckend und definitiv Gänsehaut fördernd!

Noch heute denke ich super gerne an diese tolle Musik zurück und habe zum Glück einige Sekunden davon auf Video. Die Stilrichtung erinnerte stark an den sehr populären Song „Played-A-Live“ des Safri Duos.

Diese vielfältigen Eindrücke waren es, die diese Momente für mich so einzigartig machten. Einladung zum Basketball spielen, ein Privatkonzert für uns auf selbst gebastelten Schlagzeugen sowie die aufgeweckten Kinder, die einfach nur Spaß mit ein paar Fotos hatten.

Man mag oft denken, dass in solchen eher rauen Vororten auch die Stimmung entsprechend ist, doch oft ist genau das Gegenteil der Fall. Diese Menschen sind offen, herzlich und gastfreundlich zugleich. Nicht zuletzt zeigen sie eindrucksvoll, dass wir alle gleich sind – und voneinander so viel lernen können, wenn wir es nur zu lassen.

straßenmusiker philippinen

Vielen Dank für die wunderbare Geschichte und Dein Reisebild!

2 Kommentare

  • Hi Steffi,

    danke fürs Veröffentlichen. Sieht cool aus mit dem “Hochkant-“Foto am Ende … 🙂
    Werde den Artikel auch mal an meinen Freund in Manila schicken – er wird sich sicher freuen, Alabang in einem deutschen Reiseblog wiederzufinden. 🙂

    LG, Chris

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