Mein Reisebild am Freitag 5.12.2014

Das heutige Resebild am Freitag kommt von Lisa, vom blog travelisi.

 
Als Steffi mich fragte, ob ich für sie einen Gastbeitrag schreiben wolle, war ich zunächst hellauf begeistert. Da ich gerade noch nicht wieder auf Reisen bin, bot ich ihr an, einen Freitagsbild-Beitrag von meinem Italien-Trip 2012 zu machen.

In jenem Jahr war ich mit meinem Freund mit dem Auto und einem Zelt im Gepäck an der italienischen Westküste bis nach Neapel gefahren. Anschließend sind wir an der Ostküste wieder hoch nach Mailand und dann wieder an den Bodensee.

Also, dachte ich mir, wer freut sich nicht über einen Grund, endlich mal wieder die alten Reisebilder durchzuschauen? Da auf Steffis Blog bis dato noch nichts über Italien geschrieben worden war, hat das auch für sie perfekt gepasst.

Bei dem Aussuchen eines passenden Bildes hatte ich allerdings einige Probleme. Es gab bei dieser Reise einfach zu viele Geschichten, die ich zu erzählen hatte. Was sollte ich wählen? Mailand? Pisa? Florenz? Pompeji? Ich konnte mich nicht entscheiden. Ich fing also kurzerhand erstmal an zu schreiben, vielleicht zwar ja auch ein schöner Überblick zu der Reise möglich.

Als ich mit ca. 2/3 des beabsichtigten Textes fertig war merkte ich, dass ich wohl einfach zu viel schrieb. Jetzt schon 900 Wörter. Steffi hatte mir gesagt, dass es nicht mehr als 800-900 Wörter werden sollten… Also entschied ich mich nun, einen besonderen Abschnitt aus meinem Text herauszunehmen.

 
Unseren Aufenthalt bei Neapel:

Um genau zu sein waren wir in Pozzuoli, einer Stadt westlich von Neapel, die direkt am Meer liegt. Das Wetter im September war angenehm warm. Aber eine Sache war mir auf der Fahrt immer häufiger aufgefallen: Je weiter wir nach Süden kamen, desto mehr Müll entdeckte ich immer wieder am Straßenrand. Ich hatte schon schlimme Befürchtungen bezüglich der Hygiene und Umweltverschmutzung in Süditalien.

Einen Campingplatz hatten wir uns schon vorher herausgesucht, Solfatara hieß das gute Stück. Wir wurden von einem netten Herrn eingewiesen, bekamen eine Karte vom Platz und er sagte uns noch, dass der Zutritt zum „Park“ für Gäste des Campingplatzes kostenlos sei. Wir dachten uns nichts weiter, marschierten los und schlugen unser Zelt auf.
Dann kam der Gestank.

Fürchterlich beißend und einfach… ich konnte es nicht einordnen. Meine schlimmsten Befürchtungen schienen sich zu bestätigen: Offensichtlich kippte die ortsansässige Mafia Müll ins Meer und wenn der Wind drehte, roch man das. Wir verbrachten unsere Nacht im Zelt, mit schlimmem, nicht einzuordnenden Gestank, der ab und zu verschwand und dann wieder auftrauchte. Am nächsten Tag war es besser und wir beschlossen, uns diesen „Park“ doch mal anzuschauen, wenn wir schon im Gegensatz zu anderen keinen extra Eintritt dafür bezahlen mussten. Wir holten also die uns ausgehändigte, italienisch beschriftete Karte hervor und sahen sie uns noch einmal genauer an. Und entdeckten dort, wo unser Empfänger hingezeigt hatte, als er von dem „Park“ sprach das Wort Vulkano: Vulkan.

Wir befanden uns gerade am Rande des Kraters eines aktiven Vulkans, der vor ca. 40.000 Jahren vermutlich das Aussterben der Neandertaler eingeläutet hatte und hatten hier unser Zelt aufgeschlagen.
Im ersten Moment wohl etwas geschockt, überwanden wir unseren Schrecken jedoch schnell.

Wir machten uns auf den kurzen Weg Richtung Vulkankrater und bestaunten eben jene kahle Ebene, die ihr auf dem Freitagsbild seht.

In der (abgesperrten) Mitte waren große brodelnde Schlammfelder mit einer Temperatur von circa 160 Grad. Überall traten Gase aus dem Boden und oftmals war das Gestein an diesen Stellen gelb oder orange verfärbt. Die Sonne brannte auf die öde Fläche und wenn man die Hand auf den Gesteinsboden legte (oder nur Flipflops anhatte), merkte man, dass die Hitze auch von unten strahlte. Über alldem aber hing jener unbeschreibliche Gestank, den wir schon am Abend zuvor und in der Nacht immer wieder gerochen hatten. Jetzt konnte ich ihn einordnen: Faule Eier. Und plötzlich wurde uns klar, dass keine ominösen, umweltverpestenden Mafiosi ihn verursacht hatten, sondern dass es sich dabei um den Geruch der austretenden Schwefel- und Quecksilbergase handelte.

DSC02914

Wenn du wissen willst, was ich von meinem Italientrip noch für Bilder zu zeigen und Geschichten zu erzählen habe, dann schau doch einfach mal auf meiner Website vorbei.

 

Danke für Deine Geschichte.

Ich freue mich über das erste mal Italien auf meinem blog.

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