Lost Place im Odenwald RimDiDim

Ich bin ein großer Lost Place Fan, war aber tatsächlich erst einmal selbst an einem solchen Ort. Das sollte sich nun endlich ändern, denn schon so lange wollte ich die Rimdidim im Odenwald besuchen. Da man sochlche Orte aber nicht alleine besucht, musste ich erstmal eine Mitstreiterin finden. Und dann war es endlich soweit, gemeinsam mit einer Freundin haben wir uns auf Lost Place Tour im Odenwald begeben um die Rimdidim zu besuchen.

Rimdidim

Wie kommt es zu diesem Namen?

Rimdidim ist eigentlich der Name eines Berges bei Messbach mit einer Höhe von 499 Metern. Dabei hieß der Berg noch nicht immer so, früher hieß die er Arnstein. Wie kam es nun aber zum Namenswechsel? Es gibt einige Geschichten wie er zu seinem Namen kam.

Eine besagt, dass am Himmelfahrtstag 1898 ein starker Sturm alle Bäume auf dem Arnstein  entwurzelte. Der früheren Darmstädter Oberbürgermeister Ohly, der von 1888 bis 1892 Vorsitzender des Odenwaldklubs war, soll auf einem Spaziergang dem Förster Hechler begegnet sein, der ihm von den Folgen des Sturms berichtet und gezeigt habe, wie weit man jetzt von der Höhe aus sehen könne: „Vun do hott mer de schönste Blick rimdidim im Ourewald.“

Und so kam der Berg zu seinem neuen Namen. Von der Aussicht ist heute allerdings nichts mehr zu sehen, denn der Wald ist nachgewachsen und auch die Gebäude auf der Rimdidim erobert die Natur sich zurück.

Ein bisschen was zur Geschichte des Ortes

Ursprüngliche 1925 als Naturfreundehauses von den Naturfreunden Darmstadt mit freundlicher Hilfe der Ober-Ramstädter Naturfreunde errichtet wurden während des Nationalsozialismus die auch politisch aktiven Naturfreundevereine aufgelöst und das das Haus beschlagnahmt.

In seiner weiteren Geschichte wurde das Haus ab 1936 deutlich erweitert und von der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt Darmstadt in den 30er-Jahren und während des Zweiten Weltkriegs als Knabenübungslager genutzt.

1948 wurde das Naturfreundehaus “Rimdidim” an die Ortsgruppe Darmstadt zurückgeführt. Aus verschiedenen Gründen konnten die Naturfreunde das umgebaute Gebäude nicht mehr alleine verwalten, so dass sie 1949 einen Vertrag mit der Arbeiterwohlfahrt schlossen, die den neu hinzugekommenen Hausteil als Kinderheim nutzte.

1965 wurde erwogen, die Rimdidim zu verkaufen und ein neues Heim in der Nähe zu errichten. Es wurde ein Grundstück erworben und ein Bauplan erstellt, welcher aber von der Gemeinde Steinau nicht genehmigt wurde. Schließlich wurde die Rimdidim im Jahre 1969 an die Arbeiterwohlfahrt verkauft.

Die spannende Geschichte des Ortes ist hier aber nicht vorbei, denn von 1996 bis 2008 war der streitbare Islamkritiker Zahid Ali Khan Besitzer des Geländes und nutzte die Räume für Vorträge und Veranstaltungen. Ein alter Baukran und verschiedene Baumaterialien auf dem Gelände lassen vermuten das Umbauten oder Erweiterungen geplant waren.

Das zu sollte es allerdings nicht kommen. Im Jahr 2001 brannte das Gebäude durch Brandstiftung total aus. Seit dem ist das Gebäude verlassen und verfällt und ist stark einsturzgefährdet.

Unsere Lost Place Tour Rimdidim

Das Gelände ist von einem Zaun umgeben, der jedoch an vielen Stellen heruntergetreten und teilweise im Laub kaum noch zu erkennen ist. Außerdem gibt es eine Tür, die nicht verschlossen ist und diverse andere Möglichkeiten das Gelände zu betreten. Das ist natürlich nicht erlaubt und solltest Du auch auf keinen Fall alleine tun.

Ich bin einfach nur fasziniert und begeistert von diesem Ort, auch wenn wir uns gleich am Anfang erstmal in die Büsche schlagen, weil scheinbar noch andere Urbexer oder einfach Wanderer (?) vorbeikommen und wir nicht gleich auf den ersten Metern Gesellschaft bekommen wollen.

Zunächst geht es am Küchengebäude oder dem was noch übrig ist vorbei, immer auf dem Weg in Richtung Hauptgebäude. Überall stehen oder hängen hier Heizungen rum. Die Wände, die Möbel, alles ist weg, aber die Heizungen halten die Stellung. Irgendwie ein total absurdes Bild,

Auf dem weiteren Weg kommen wir an alten Schaukeln und einer Wippe vorbei. Gruselig. Die Schaukeln sind nicht mehr da, aber die Ketten hängen noch immer am Schaukelgerüst.

Und dann kommen wir zum Hauptgebäude mit dem markanten Turm. Faszinierend wie es da so steht, mitten im Wald, halb zerfallen, von der Natur zurückerobert. Ich bin begeistert und mache jede Menge Bilder und filme und einen kleinen Blick werfen wir auch ins Gebäude. Aber nur ein bisschen, denn der Zustand des Gebäudes ist eine Katastrophe und die Einsturzgefahr sieht man ihm an.

An vielen Stellen ist die Decke auch schon heruntergekommen und hängt nur noch am seidenen Faden. Ich würde zwar gerne mehr sehen, möchte aber auch keine Risiken eingehen, und so reichen mir diese kleinen Einblicke erstmal.

Auf dem Gelände gab es sogar ein Schwimmbad. Dieses ist zwar zugewachsen, aber sogar die Abdeckplane ist noch vorhanden. Zum Abschluss schauen wir nochmal vin der anderen Seite ins Hauptgebäude und entdecken dort noch den Heizungskeller.

Eine großartige Tour, die mir super gut gefallen hat und ein perfekter Einstieg. Ich freue mich darauf in Zukunft noch weitere tolle Orte zu entdecken.

Hier geht´s zum Youtube Video der Tour:

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4 Comments

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  1. says: Andreas

    Lost Places sind etwas sehr interessantes. Leider habe ich da noch irgendwo eine Hemmschwelle, solche Orte zu betreten. Ich kann mir aber auch nicht erklären woran es liegt.
    Schöner Bericht, Tolle Fotos

    Gruß
    Andreas