Mut zum Loslassen von Susanne Hühn

Themen wie innere Freiheit, Vertrauen in sich selbst und Selbstwirksamkeit interessieren mich. Nicht weil ich das Gefühl habe, dass grundlegend etwas schiefläuft – sondern weil ich glaube, dass man in diesen Bereichen immer weiterwachsen kann. Und weil ich neugierig bin. Wenn ein Buch in diese Richtung geht, schaue ich gern rein.

So bin ich auch zu „Mut zum Loslassen” von Susanne Hühn gekommen.

Wer steckt dahinter?

Susanne Hühn ist Therapeutin, Coach und Autorin, die seit über 25 Jahren Menschen dabei begleitet, alte Verletzungen und Muster zu erkennen und loszulassen. Ihr Schwerpunkt liegt auf dem Inneren Kind – also auf frühen Erfahrungen, die uns bis heute im Denken, Fühlen und Handeln beeinflussen, oft ohne dass wir es merken. Spirituelle Tiefe und psychologische Klarheit – das ist ihr Anspruch. Und das merkt man dem Buch an.

Worum geht es?

Das Buch ist kein klassischer Ratgeber mit schnellen Tipps. Es ist ein Prozess, aufgeteilt in zwölf Schritte, die einen von innen heraus verändern sollen. Der Gedanke dahinter: Wir kommen an Punkte im Leben, an denen wir merken, dass wir uns im Kreis drehen. Dass wir zwar wissen, was uns guttun würde – aber trotzdem nicht loskommen. Nicht aus Schwäche, sondern weil etwas in uns noch festhält.

Der erste Schritt heißt bezeichnenderweise: Die Kontrolle aufgeben. Dann folgen Schritte wie Sich der inneren Führung öffnen, Innenschau, Sich unverstellt zeigen, Die Befreiung von Schattenthemen, Die Verantwortung übernehmen bis hin zu Das Leben neu gestalten. Zwölf Schritte, jeder mit Erklärungen, Reflexionsfragen und Übungen. Dazu gibt es sogenannte „Innere Reisen” – geführte Meditationen, die man als Download bekommt.

Der Einleitungstext bringt das Versprechen des Buches auf den Punkt: Vom Anpassen zur Selbstbestimmung. Vom Funktionieren zum Strahlen. Vom Überleben zum Erblühen. Das klingt nach viel – und ja, das ist auch viel. Aber es klingt nicht überheblich, sondern einladend.

Was mich wirklich angesprochen hat

Einen neuen Kurs setzen

Der Abschnitt „Einen neuen Kurs setzen” hat mich gleich zu Beginn angesprochen. Die Frage ist: Was braucht es, um wirklich etwas zu verändern – nicht nur auf dem Papier, sondern im Inneren? Susanne Hühn bricht das auf vier Qualitäten herunter, die sie zu dem Wort SCHöpfer zusammensetzt: Selbstwirksamkeit, Courage, Hingabe und Enthaltsamkeit. Sehr konkret gedacht – und gut auf den Punkt gebracht.

Selbstwirksamkeit

Der Gedanke, der mich dabei am meisten angesprochen hat: Selbstwirksamkeit bedeutet die innere Gewissheit, dass meine Entscheidungen und Handlungen wirklich etwas bewirken. Dass ich mein Leben gestalte und nicht nur reagiere. Das klingt selbstverständlich – aber mal ehrlich: Wie oft handeln wir wirklich aus dieser Überzeugung heraus? Und wie oft stecken wir in alten Mustern fest und wundern uns, warum sich nichts ändert?

Courage und Mut

Mut ist laut Susanne Hühn die Fähigkeit, etwas trotz Angst zu tun – weil es wichtig ist. Kaum etwas verlangt so viel Mut wie der ehrliche Blick nach innen. Ich fand das sehr treffend. Es ist nämlich nicht der große dramatische Moment, der Mut braucht. Es sind die kleinen Entscheidungen: Hinschauen statt wegsehen. Ehrlich sein statt bequem.

Was es noch braucht: GABE

Dazu kommen vier weitere Qualitäten, die Susanne Hühn zum Wort GABE zusammenfasst: Gelassenheit, Achtsamkeit, Bereitschaft und Ehrlichkeit. Besonders die Gedanken zur Bereitschaft haben mich nachdenklich gemacht. Bereitschaft bedeutet nicht, alles sofort verändern zu wollen. Es bedeutet, hinzuschauen. Offen zu sein für das, was kommt. Das ist ein Unterschied, den ich im Alltag manchmal vergesse.

Ein Hinweis vorab

Das Buch hat eine spirituelle Seite – Themen wie innere Führung, kosmische Ordnung oder höhere Kräfte begleiten einen durch die Kapitel. Wer damit vertraut ist oder sich dafür offen fühlt, wird das sicher schätzen. Ich selbst bin an manchen Stellen einfach etwas zügiger weitergegangen. Das hat dem Leseerlebnis keinen Abbruch getan – denn das Buch gibt genug, auch wenn man nicht jeden Gedanken mitnimmt.

Fazit

Ich fühle mich in vielen Bereichen meines Lebens gut aufgestellt. Und trotzdem – oder vielleicht genau deshalb – finde ich es wertvoll, immer wieder innezuhalten und zu fragen: Wo könnte ich noch freier werden? Was halte ich noch fest, ohne es wirklich zu brauchen? Dieses Buch gibt dafür gute Impulse.

Wenn dich das Thema beschäftigt, schau einfach selbst rein. Nimm, was zu dir passt – und lass den Rest liegen.

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