Vildmarksvägen Schweden – Roadtrip über das Stekenjokk

Im Juni unterwegs auf der Vildmarksvägen zu sein fühlt sich an wie ein sanfter Bruch mit dem Gewohnten. Neben der Straße liegt Schnee. Richtig Schnee. Weiß, kühl, still. Und gleichzeitig dieses helle Sommerlicht, klare Luft, Berge, Wasser und eine Weite, die sofort Raum macht im Kopf.

Ich bin mit dem Van gefahren, habe mir Zeit gelassen, angehalten, geschaut, übernachtet. Die Landschaft verändert sich mit jedem Kilometer, mal offen und weit, dann wieder ruhig und fast zurückhaltend. Nichts drängt sich auf. Alles darf wirken.

Die Vildmarksvägen hat mich genau damit abgeholt. Mit dieser besonderen Mischung aus Sommer und Restwinter, aus Bewegung und Stillstand. Und mit dem Gefühl, dass man hier nicht durchfährt, sondern unterwegs ist. Bewusst. Langsam. Und irgendwie genau richtig.

Schon während der Fahrt war klar: Beim nächsten Mal würde ich mir noch mehr Zeit nehmen.

Allgemeine Infos zur Vildmarksvägen

Die Vildmarksvägen ist eine der bekanntesten Panoramastraßen Schwedens. Sie verläuft über rund 500 Kilometer durch die dünn besiedelten Regionen Jämtland und Lappland und verbindet Strömsund im Süden mit Vilhelmina im Norden.

Ein besonders prägender Abschnitt ist das Stekenjokk-Plateau, das mit über 800 Metern Höhe zu den höchstgelegenen Straßenabschnitten Schwedens zählt. Genau hier wird spürbar, warum die Vildmarksvägen selbst im Juni noch winterlich wirken kann: Schnee bleibt liegen, das Klima ist rauer, die Landschaft offener und weiter als weiter unten.

Die Strecke führt durch Hochflächen, vorbei an Flüssen, Seen, Wasserfällen und weiten Moorlandschaften. Wälder wechseln sich mit offenen Ebenen ab, Berge tauchen auf und verschwinden wieder. Nichts wirkt inszeniert – alles ist einfach da.

Die beste Reisezeit liegt zwischen Juni und September, da erst dann alle Abschnitte befahrbar sind. Gerade der Frühsommer hat seinen eigenen Reiz: wenig Trubel, viel Licht, klare Luft und diese besondere Mischung aus Sommer und Restwinter.

Mit Camper oder Van lässt sich die Vildmarksvägen gut erkunden. Unterwegs gibt es immer wieder Möglichkeiten zum Anhalten, Übernachten und kurzen Erkunden – ohne dass man jeden Stopp planen muss.

Fahren durch die Weite – die Vildmarksvägen im Juni

Die Vildmarksvägen schlängelt sich durch eine Landschaft, die ständig ihr Gesicht verändert. Wälder gehen in offene Hochflächen über, Flüsse schneiden sich durch die Landschaft, Berge tauchen auf und verschwinden wieder. Und immer wieder Schnee – selbst im Juni.

An manchen Stellen liegt er direkt neben der Straße, an anderen sammelt er sich in Mulden und Senken. Die Luft ist klar, fast kühl, und dieses besondere Licht im Norden macht alles noch intensiver.

Man fährt langsam, nicht weil man muss, sondern weil man will. Weil es überall etwas zu sehen gibt.

Übernachten unterwegs war unkompliziert. Ein Platz mit Blick auf Schnee, Wasser und Berge. Der Fluss rauscht leise, der Schnee reflektiert das Licht, und plötzlich fühlt sich alles sehr weit weg an – Termine, To-do-Listen, Alltag.

Brakkåfallet – kurze Wanderung, große Wirkung

Ein Stopp, der sich für mich besonders gelohnt hat, war die Wanderung zum Brakkåfallet. Der Weg ist gut machbar und führt durch typische Vildmarksvägen-Landschaft: Birken, Felsen, Wasser, Weite.

Je näher man dem Wasserfall kommt, desto lauter wird das Rauschen. Und dann steht man plötzlich davor. Das Wasser stürzt kraftvoll in die Tiefe, umgeben von Fels und Grün.

Kein riesiger Umweg, kein stundenlanger Aufstieg – sondern ein Ort, der sofort wirkt.

Ich bin eine Weile geblieben, habe geschaut, gehört, durchgeatmet. Genau solche kurzen Abstecher machen die Vildmarksvägen für mich so besonders. Man muss nicht alles planen. Man darf einfach anhalten und losgehen.

Übernachten mit Schnee, Wasser und Stille

Eine der Nächte entlang der Vildmarksvägen war besonders. Restschnee in Sichtweite, ein Fluss ganz nah, Berge im Hintergrund. Die Temperaturen kühl, aber angenehm. Abends lange hell, morgens dieses sanfte Licht, das alles ruhig wirken lässt.

Es war einer dieser Abende, an denen man nicht viel macht. Kein großes Programm. Ein Tee, ein Blick nach draußen, ein paar Schritte im Schnee.

Genau diese Einfachheit hat sich unglaublich stimmig angefühlt.

Fatmomakke – ein Ort der Ruhe und Geschichte

Fatmomakke liegt ruhig in der Landschaft, eingebettet zwischen Birken, Wasser und offenen Flächen. Der samische Kirchplatz wirkt klar, geordnet und gleichzeitig sehr lebendig. Die kleinen Holzhäuser stehen dicht beieinander, jedes mit seiner eigenen Geschichte.

Früher kamen samische Familien von weit her hierher, oft tagelang unterwegs, um an kirchlichen Festen teilzunehmen. Für diese Zeit lebten sie in den Hütten, kochten, schliefen, waren zusammen. Diese Geschichte ist spürbar, ohne aufdringlich zu sein.

Man bewegt sich langsam über das Gelände, schaut sich um, liest, bleibt stehen. Die Atmosphäre ist ruhig, konzentriert, selbstverständlich respektvoll.

Fatmomakke fügt sich ganz natürlich in die Vildmarksvägen ein – als Ort, an dem Natur und Kultur zusammengehören.

Warum die Vildmarksvägen nachwirkt

Die Vildmarksvägen hat bei mir etwas hinterlassen. Kein „gesehen und weiter“, sondern ein echtes Gefühl von Weite und Entschleunigung.

Schnee im Juni. Wasserfälle. Ruheplätze. Orte wie Fatmomakke. Kurze Wanderungen, die genau richtig sind.

Beim nächsten Mal würde ich langsamer fahren. Mehr Pausen machen. Vielleicht eine Nacht mehr bleiben.

Die Vildmarksvägen ist eine Einladung, unterwegs zu sein – aufmerksam, offen, präsent.

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