Vanlife klingt nach Freiheit. Morgens die Schiebetür öffnen und direkt auf einen See schauen, spontan entscheiden, ob Du noch eine Nacht bleibst oder weiterfährst, irgendwo am Meer kochen und am nächsten Morgen an einem völlig anderen Ort aufwachen. All diese Momente habe ich selbst erlebt und sie gehören zu den Erinnerungen, die meine Zeit mit Fred so besonders machen.
Als ich mit meinem VW T6 Fred angefangen habe zu reisen, habe ich genau diese Freiheit lieben gelernt. Aus ersten kürzeren Touren wurden längere Roadtrips, bis ich im Mai 2025 schließlich den Schritt ins Vollzeit-Vanlife gewagt habe. Fred war von da an mein Fahrzeug, mein Schlafzimmer, meine Küche, mein Büro und für viele Monate mein Zuhause.
Ich bin mit ihm durch Deutschland gefahren, war monatelang in Skandinavien unterwegs, habe Schweden und Norwegen bereist und später mehrere Wochen Frankreich erkundet. Ich habe an Orten übernachtet, an die ich heute noch oft denke, morgens aus dem Fenster geschaut und kaum glauben können, wo ich gerade bin, und meine Route verändert, weil mir irgendwo etwas besonders gut gefallen hat.
Gleichzeitig habe ich gelernt, wie viel Alltag in einen VW T6 passt.
Wasser auffüllen, Toilette leeren, Wäsche waschen, Strom im Blick behalten, Lebensmittel verstauen, Internet organisieren und bei schlechtem Wetter auf wenigen Quadratmetern leben gehören genauso zu meinem Vanlife wie Wanderungen, besondere Begegnungen und wunderschöne Stellplätze.
Nach vielen Monaten Vollzeit-Vanlife weiß ich deshalb ziemlich genau, welche Dinge ich vorher unterschätzt habe und welche Erfahrungen mich besonders geprägt haben.
Hier kommen meine 15 ganz persönlichen Einblicke in die Vanlife Realität, mit all den kleinen Herausforderungen, überraschenden Erkenntnissen und wunderschönen Momenten, die das Leben auf vier Rädern für mich ausmachen.
1. Dein Van wird tatsächlich zu Deinem Zuhause
Am Anfang war Fred für mich vor allem mein Camper. Ich bin mit ihm losgefahren, habe darin geschlafen, neue Orte entdeckt und bin nach der Reise wieder nach Hause zurückgekehrt.
Im Vollzeit-Vanlife verändert sich dieses Gefühl, denn plötzlich gibt es keine andere Wohnung mehr, in die Du am Sonntagabend zurückkehrst. Alles, was Du im Alltag brauchst, befindet sich auf wenigen Quadratmetern. Du schläfst dort, kochst dort, arbeitest dort und verbringst dort auch die Tage, an denen das Wetter überhaupt keine Lust auf Outdoor-Abenteuer macht.
Dadurch verändert sich auch die Beziehung zum Van. Fred war irgendwann viel mehr als das Auto, mit dem ich von A nach B gefahren bin. Er war mein Zuhause, mein Rückzugsort und der vertraute Ort, an den ich nach einer langen Wanderung oder einem aufregenden Tag zurückgekehrt bin.
Und dieses Zuhause konnte morgens an einem schwedischen See stehen, ein paar Tage später irgendwo im Fjäll und irgendwann an der norwegischen Küste. Genau diese Vorstellung hatte mich am Vollzeit-Vanlife gereizt. Erst als ich tatsächlich darin lebte, habe ich verstanden, wie besonders es sich anfühlt, sein Zuhause einfach mitnehmen zu können.
2. Auf wenigen Quadratmetern bekommt jeder Gegenstand einen festen Platz
In einem VW T6 merkst Du ziemlich schnell, wie viel Zeug ein Mensch eigentlich besitzt und wie wichtig es ist, die Dinge, die Du regelmäßig brauchst, auch wiederzufinden.
Ich habe Fred natürlich so eingerichtet, dass alles seinen Platz hat. Trotzdem hat sich mein Ordnungssystem im Laufe der Reise immer wieder verändert. Dinge, die ich ständig brauchte, wanderten nach vorne, während andere irgendwann ganz hinten verschwanden, weil ich feststellte, dass ich sie viel seltener benutzte als gedacht.
Und dann gab es diese Momente, in denen ich ganz genau wusste, dass ich etwas dabeihatte, nur leider überhaupt keine Ahnung hatte, in welcher Kiste es steckte. Auf kleinem Raum wird Ordnung plötzlich ziemlich praktisch. Wenn ich abends erst das halbe Auto ausräumen müsste, um an etwas heranzukommen, würde mich das irgendwann wahnsinnig machen. Gleichzeitig soll sich mein Van gemütlich anfühlen und kein perfekt aufgeräumter Ausstellungsraum sein.
Mit der Zeit habe ich deshalb immer besser herausgefunden, welches Ordnungssystem für mich funktioniert und welche Dinge ich unterwegs tatsächlich brauche.

3. Wasser wird plötzlich zu etwas, über das Du nachdenkst
Zu Hause drehe ich den Wasserhahn auf und mache mir normalerweise keine Gedanken darüber, wie viel Wasser noch vorhanden ist. Im Van sieht das anders aus, denn dort habe ich nur einen begrenzten Vorrat, der irgendwann wieder aufgefüllt werden muss.
Damit verändert sich der Umgang mit Wasser automatisch. Wie viel habe ich noch? Wann komme ich an einer Möglichkeit zum Auffüllen vorbei? Reicht es noch fürs Kochen, Abwaschen und Zähneputzen? Und wo bekomme ich unterwegs frisches Wasser?
Gerade auf längeren Reisen werden solche Fragen irgendwann Teil der normalen Tagesplanung. In Skandinavien war die Versorgung vielerorts wunderbar unkompliziert, trotzdem hatte ich immer im Blick, wann Wasser, Lebensmittel oder andere Vorräte wieder aufgefüllt werden mussten.
Dabei habe ich auch gelernt, bewusster mit meinem Wasser umzugehen und kleine Routinen zu entwickeln, die mir unterwegs vieles erleichtern. Das klingt zunächst nach einer Kleinigkeit, zeigt aber ziemlich gut, wie anders der Alltag im Van funktioniert. Dinge, die zu Hause einfach vorhanden sind, werden unterwegs wieder sichtbar und bekommen eine ganz andere Bedeutung.
4. Duschen und Wäsche werden zu kleinen Logistikprojekten
Bei einer Wochenendreise kann ich viele Dinge einfach auf später verschieben. Wenn ich monatelang im Van lebe, funktioniert das irgendwann nicht mehr, denn auch unterwegs müssen Kleidung, Handtücher und Bettwäsche regelmäßig gewaschen werden.
Und natürlich möchte ich zwischendurch auch ausgiebig duschen, ohne dabei ständig darüber nachdenken zu müssen, wie viel Wasser mir gerade zur Verfügung steht. Campingplätze waren deshalb für mich nie ausschließlich Übernachtungsplätze. Manchmal habe ich sie ganz bewusst angesteuert, weil ich dort duschen, Wäsche waschen, Wasser auffüllen und meine Vorräte wieder auf einen guten Stand bringen konnte.
Solche Tage habe ich irgendwann fest in meinen Reisealltag integriert. Während die Waschmaschine lief, konnte ich beispielsweise arbeiten, meine nächsten Etappen planen oder einfach ein bisschen entspannen. Danach fühlte sich selbst mein kleiner VW T6 wieder erstaunlich luxuriös an, besonders wenn alles frisch gewaschen, aufgefüllt und aufgeräumt war.
Diese Versorgungstage gehören für mich genauso zum Vanlife wie Fahrtage, Wanderungen und die Entdeckung neuer Orte. Schau dir dazu gerne meinen Artikel “Hygiene im Van” an.

5. Eine Toilette im Van verändert erstaunlich viel
Meine Trockentrenntoilette gehört definitiv zu den Dingen, auf die ich im Van nicht verzichten möchte.
Gerade beim Freistehen gibt sie mir unglaublich viel Unabhängigkeit. Ich muss morgens keinen Campingplatz suchen und abends nicht überlegen, wo die nächste Toilette ist. Besonders wenn ich irgendwo mitten in der Natur stehe, genieße ich es, dass ich meine eigene Toilette dabeihabe.
Natürlich gehört auch das Leeren und Reinigen dazu. Darüber spricht man beim romantischen Vanlife-Traum vermutlich etwas seltener, aber auch das gehört nun einmal zum Leben im Camper. Mit der Zeit entwickelt sich eine Routine und das Ganze wird genauso selbstverständlich wie Wasser auffüllen, Müll entsorgen oder den Van aufräumen.
Für mich überwiegt ganz klar die Freiheit, die mir eine eigene Toilette unterwegs gibt. Gerade als alleinreisende Frau empfinde ich das als einen großen Vorteil.
6. Schlechtes Wetter verändert das Leben im Van komplett
Bei Sonnenschein fühlt sich selbst mein kleiner VW T6 erstaunlich geräumig an, denn sobald die Schiebetür offensteht, wird die Natur zu meinem zusätzlichen Wohnzimmer. Dann sitze ich draußen, genieße meinen Kaffee in der Sonne, koche vielleicht vor dem Van und habe das Gefühl, dass mir die ganze Landschaft zur Verfügung steht.
Bei Dauerregen verändert sich das Leben im Camper allerdings ziemlich schnell, denn plötzlich spielt sich alles auf wenigen Quadratmetern ab. Nasse Jacken, Schuhe und Handtücher müssen irgendwo trocknen, während Kochen, Essen, Arbeiten und Entspannen im selben kleinen Raum stattfinden.
Gerade während meiner langen Reise durch Skandinavien hatte ich natürlich längst nicht jeden Tag Sonnenschein. Es gab Phasen, in denen der Regen meine Reisepläne durcheinanderbrachte und ich meine Wanderungen verschieben oder die Route verändern musste.
Mit der Zeit habe ich gelernt, solche Tage anders zu nehmen. Manchmal habe ich gearbeitet, gelesen oder meine weitere Reise geplant, während draußen der Regen auf das Dach prasselte. An anderen Tagen bin ich trotzdem losgezogen, denn schließlich lässt sich das Wetter unterwegs nur begrenzt beeinflussen.
Ein Van ist eben gleichzeitig Reisegefährt und Zuhause, und zu einem Zuhause gehören auch ganz gewöhnliche Regentage.
7. Der perfekte Stellplatz ist manchmal einfach der Platz, an dem Du Dich wohlfühlst
Vor meinen längeren Vanreisen hatte ich natürlich bestimmte Bilder im Kopf. Ein einsamer See, eine unglaubliche Aussicht, Fred mittendrin und morgens öffne ich die Tür direkt in die Natur. Solche Plätze habe ich tatsächlich gefunden und manche davon gehören heute zu meinen schönsten Reiseerinnerungen.
Aber ich habe unterwegs auch gelernt, dass ein guter Übernachtungsplatz viel mehr sein kann als eine spektakuläre Aussicht.
Manchmal war ich froh über einen praktischen Platz, von dem aus ich am nächsten Morgen direkt zu einer Wanderung starten konnte. Manchmal wollte ich in der Nähe einer Stadt stehen, weil ich etwas besichtigen oder einkaufen wollte. Und manchmal war mir nach mehreren Tagen unterwegs ein Campingplatz mit Dusche, Waschmaschine und Strom lieber als der einsamste Traumplatz am See.
Auch mein Gefühl spielte bei der Stellplatzwahl immer eine wichtige Rolle. Gerade wenn ich alleine unterwegs bin, möchte ich mich an meinem Übernachtungsplatz wohl und sicher fühlen.
Meine Ansprüche haben sich dadurch verändert. Heute geht es mir weniger darum, den perfekten Stellplatz zu finden, sondern vielmehr darum, einen Ort zu entdecken, der gerade zu meinen Bedürfnissen passt.
8. Freistehen bedeutet auch Verantwortung
Gerade in Skandinavien gehört das Freistehen für viele zum großen Vanlife-Traum. Auch ich liebe es, mitten in der Natur zu stehen, morgens direkt draußen zu sein und die Ruhe zu genießen.
Damit solche Möglichkeiten erhalten bleiben, gehört für mich aber selbstverständlich Rücksicht dazu.
Ich hinterlasse meinen Platz so, wie ich ihn vorgefunden habe, nehme meinen Müll mit und achte darauf, wo Übernachten erlaubt beziehungsweise geduldet ist. Auch das Jedermannsrecht in Schweden und Norwegen ist schließlich kein Freifahrtschein dafür, mit einem Fahrzeug überall stehen zu dürfen.
Gerade weil immer mehr Menschen mit Campern unterwegs sind, finde ich es wichtig, verantwortungsvoll mit diesen Möglichkeiten umzugehen.Dazu gehört für mich auch, die Natur und die Menschen vor Ort zu respektieren, Rücksicht auf andere Reisende zu nehmen und mich vorab über die jeweiligen Regeln zu informieren.
Denn die Freiheit, die wir unterwegs genießen, ist etwas Besonderes, und ich wünsche mir, dass auch zukünftige Reisende noch viele dieser wunderschönen Orte erleben können.

9. Irgendwann geht etwas kaputt
Wer lange genug mit einem Van unterwegs ist, wird irgendwann erleben, dass nicht alles nach Plan läuft. Mal funktioniert eine Kleinigkeit nicht mehr, mal muss etwas repariert werden und manchmal wird aus einem eigentlich entspannten Reisetag plötzlich eine ziemlich große Herausforderung.
Bei mir war es unter anderem ein platter Reifen mitten in Schweden. Ich war alleine unterwegs, weit entfernt von der nächsten Werkstatt, und hatte keinen Ersatzreifen dabei. In diesem Moment war die wunderschöne Landschaft um mich herum plötzlich ziemlich nebensächlich, denn ich musste erst einmal herausfinden, wie ich aus dieser Situation wieder herauskomme.
Solche Erlebnisse können ganz schön aufregend sein, gerade wenn Du alleine unterwegs bist und niemand direkt neben Dir sitzt, mit dem Du gemeinsam überlegen kannst, was als Nächstes zu tun ist. Gleichzeitig habe ich auf meinen Reisen immer wieder erlebt, dass ich Lösungen finde. Vielleicht nicht innerhalb von fünf Minuten und manchmal mit ordentlich Aufregung, aber am Ende geht es weiter.
Genau solche Situationen haben mein Vertrauen in mich selbst wahrscheinlich stärker wachsen lassen als viele der Tage, an denen alles problemlos funktioniert hat. Vanlife hat mir dadurch noch einmal deutlich gezeigt, dass Freiheit auch Eigenverantwortung bedeutet und dass ich mir selbst viel mehr zutrauen kann, als ich manchmal denke.
Wie ich die Reifenpanne mitten in Schweden erlebt habe und wie es schließlich weiterging, erzähle ich Dir in meinem YouTube-Video Reifenpanne im Nirgendwo.
10. Internet wird unterwegs plötzlich ziemlich wichtig
Als Reisebloggerin bin ich nicht einfach monatelang im Urlaub. Auch unterwegs schreibe ich Blogartikel, bearbeite Bilder, kümmere mich um Social Media, lade Videos hoch und erledige all die Dinge, die hinter Steffistraumzeit passieren.
Damit wird Internet im Van zu einem ziemlich wichtigen Thema, denn viele meiner Aufgaben kann ich nur erledigen, wenn die Verbindung zuverlässig funktioniert.
Auf längeren Reisen habe ich deshalb immer darauf geachtet, wie meine mobile Verbindung funktioniert und wo ich größere Datenmengen hochladen kann. Gerade Videos sind noch einmal eine andere Hausnummer als ein bisschen Nachrichten schreiben oder Google Maps benutzen.
Natürlich gibt es unterwegs auch Orte, an denen die Verbindung schwächer ist oder ich meine Arbeit entsprechend planen muss. Mit der Zeit habe ich gelernt, solche Dinge in meinen Reisealltag einzubauen und die vorhandenen Möglichkeiten möglichst gut zu nutzen.
Das Schöne daran ist, dass mein Arbeitsplatz trotzdem an Orten stehen konnte, an denen ich früher niemals gearbeitet hätte. Wenn ich morgens meinen Laptop aufgeklappt habe und dabei auf einen See oder die Berge schauen konnte, wurde mir immer wieder bewusst, wie besonders diese Art des Arbeitens für mich war.
Fred war eben nicht nur mein Zuhause, sondern gleichzeitig mein kleines mobiles Büro.

11. Alleine im Van zu leben fühlt sich anders an als alleine zu reisen
Ich reise schon lange alleine und genieße es, meine eigenen Entscheidungen zu treffen, neue Orte zu entdecken und in meinem Tempo unterwegs zu sein. Trotzdem war das Vollzeit-Vanlife noch einmal eine ganz andere Erfahrung.
Bei einer klassischen Reise weiß ich meistens, dass ich nach zwei oder drei Wochen wieder nach Hause komme. Während meiner Monate im Van war Fred mein Zuhause und dadurch gab es auch ganz normale Tage, an denen ich niemanden getroffen habe und einfach meinen Alltag gelebt habe.
Manchmal habe ich diese Ruhe unglaublich genossen. Ich konnte lesen, schreiben, durch die Natur spazieren oder einfach meinen Gedanken nachhängen, ohne mich nach irgendjemandem richten zu müssen.
Gleichzeitig bin ich unterwegs immer wieder Menschen begegnet, mit denen sich ganz spontan Gespräche ergeben haben. Auf Wanderungen, Campingplätzen, Stellplätzen oder irgendwo auf meiner Route sind Begegnungen entstanden, die mir bis heute in Erinnerung geblieben sind.
Für mich gehört beides dazu: die Ruhe, die ich beim Alleinsein genieße, und die Begegnungen, die unterwegs manchmal ganz unerwartet entstehen. Gerade diese Mischung habe ich an meinem Leben im Van sehr gemocht, denn sie hat mir immer wieder gezeigt, dass Alleinreisen und Einsamkeit zwei ganz unterschiedliche Dinge sind.
12. Deine Reisegeschwindigkeit verändert sich
Wenn ich zwei Wochen Urlaub habe, möchte ich natürlich möglichst viel von einer Region sehen. Schließlich ist die Zeit begrenzt und es gibt meistens mehr interessante Orte, als ich während einer einzigen Reise besuchen kann.Wenn ich dagegen monatelang unterwegs bin, verändert sich dieses Gefühl.
Ich muss nicht jeden Morgen weiterfahren und kann einfach irgendwo bleiben, weil es mir gefällt. Ich kann einen Regentag aussitzen, spontan eine weitere Wanderung unternehmen oder einen Tag damit verbringen, überhaupt nichts Besonderes zu machen.
Auf meiner Skandinavienreise wurde genau dieses langsamere Reisen für mich immer wichtiger. Anders als bei einer klassischen Rundreise gab es keinen festen Rückflugtermin, der meine Reise begrenzte, und ich konnte mir die Zeit nehmen, die ich an einem Ort verbringen wollte.
Dadurch habe ich viele Orte intensiver erlebt. Ich musste nicht ständig darüber nachdenken, wie viele Kilometer ich noch schaffen wollte oder welche Sehenswürdigkeiten unbedingt auf meiner Liste standen. Manchmal war das größte Privileg meines Vollzeit-Vanlife deshalb gar nicht die Entfernung, die ich zurückgelegt habe, sondern die Möglichkeit, mein eigenes Tempo zu bestimmen. Und genau dieses Gefühl gehört für mich bis heute zu den schönsten Erinnerungen an meine lange Reise.

13. Spontanität funktioniert am besten mit ein bisschen Planung im Hintergrund
Ich liebe es, meine Route unterwegs verändern zu können und morgens noch nicht genau zu wissen, wo ich am Abend stehen werde.
Genau das habe ich während meiner Reisen immer wieder gemacht. Wenn mir ein Ort besonders gut gefallen hat, bin ich einfach länger geblieben. Wenn das Wetter in einer anderen Region besser aussah, habe ich meine Route angepasst. Und wenn ich unterwegs etwas Spannendes entdeckt habe, konnte ich spontan entscheiden, einen Abstecher zu machen.
Trotzdem gibt es Dinge, die ich im Blick behalten muss. Lebensmittel, Wasser, Diesel, Wetter, Fähren, Entsorgungsmöglichkeiten und manchmal auch die nächste Waschmaschine verschwinden schließlich nicht, nur weil ich spontan reise. Gerade auf meiner langen Reise durch Skandinavien habe ich gemerkt, wie hilfreich es
14. Nach Monaten unterwegs verändert sich der Blick auf Besitz und Komfort
Monatelang auf wenigen Quadratmetern zu leben verändert den Blick auf viele Dinge, die im normalen Alltag ganz selbstverständlich erscheinen.
Ich habe gemerkt, welche Gegenstände ich wirklich benutze und welche ich eigentlich nur besitze. Ich habe erlebt, wie wenig Raum ich brauche, um mich wohlzufühlen, und gleichzeitig gelernt, welchen Komfort ich durchaus vermisse.
Als ich später wieder eine Wohnung hatte, habe ich manche Dinge ganz anders wahrgenommen.
Eine richtige Dusche, in der ich so lange stehen kann, wie ich möchte. Eine Waschmaschine, die jederzeit verfügbar ist. Ein Kühlschrank, in dem mehr als ein paar Lebensmittel Platz haben. Und natürlich die Möglichkeit, einfach irgendwo etwas liegen zu lassen, ohne dass es beim nächsten Losfahren durch den Van fliegt.
Gleichzeitig habe ich aus meiner Zeit im Van mitgenommen, dass ich längst nicht so viele Dinge brauche, wie ich früher vielleicht gedacht habe.
Mein Vollzeit-Vanlife hat mir dadurch nicht nur gezeigt, wie wenig ich brauche, sondern auch bewusster gemacht, welche Dinge mein Leben tatsächlich angenehmer machen. Diese Erfahrungen begleiten mich inzwischen auch in meinem neuen Zuhause und beeinflussen immer wieder, wie ich über Besitz, Komfort und meine eigenen Bedürfnisse nachdenke.
15. Freiheit sieht im Vanlife jeden Tag ein bisschen anders aus
Wenn ich an mein Vollzeit-Vanlife zurückdenke, kommen mir natürlich zuerst die großen Momente in den Sinn.
Die endlosen Straßen in Skandinavien, Wanderungen durch beeindruckende Landschaften, wunderschöne Seen, die norwegische Küste und kleine Orte, an denen ich spontan länger geblieben bin. Dazu kommen meine Erinnerungen an Frankreich, an besondere Stellplätze und an all die Tage, an denen ich morgens am liebsten überhaupt nicht weiterfahren wollte.
Morgens Kaffee kochen und dabei überlegen, was ich an diesem Tag unternehmen möchte. Das Bett umbauen, Wasser auffüllen, einkaufen oder einen Blogartikel schreiben. Abends gemütlich in Fred sitzen, während draußen der Regen auf das Dach fällt, und vielleicht schon die nächste Wanderung planen.
Genau diese Mischung ist für mich die eigentliche Vanlife Realität. Freiheit bedeutete für mich irgendwann nicht mehr, jeden Tag an einem spektakulären Ort aufzuwachen oder möglichst viele Kilometer zurückzulegen. Viel wichtiger war die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wie mein Tag aussieht, wie lange ich irgendwo bleiben möchte und wohin mich meine Reise als Nächstes führt.
Und manchmal bedeutete Freiheit auch einfach, einen ganzen Tag lang nichts zu unternehmen und das Leben an dem Ort zu genießen, an dem ich gerade war.

Meine Vanlife Realität nach vielen Monaten mit Fred
Als ich im Mai 2025 ins Vollzeit-Vanlife gestartet bin, wusste ich natürlich theoretisch, dass dieses Leben mehr umfasst als schöne Stellplätze, Sonnenuntergänge und spontane Abenteuer.
Wie sehr sich aber selbst ganz gewöhnliche Dinge verändern, wenn ein VW T6 für viele Monate das eigene Zuhause wird, konnte ich vorher kaum einschätzen.
Heute gehören für mich beide Seiten zusammen. Die großen Landschaften und der Abwasch, die Freiheit und die Verantwortung, die spontanen Entscheidungen und die ganz praktische Frage, wo ich morgen Wasser bekomme.
Gerade diese Mischung hat meine Zeit mit Fred so besonders gemacht.
Ich habe Orte gesehen, von denen ich lange geträumt hatte, habe neue Menschen kennengelernt und viele unvergessliche Momente erlebt. Gleichzeitig habe ich gelernt, Probleme unterwegs zu lösen, mein eigenes Tempo zu finden und mit erstaunlich wenig Platz auszukommen.
Und vielleicht ist es genau das, was mich am Vanlife bis heute so begeistert. Ich kann unterwegs sein, neue Landschaften entdecken und mich auf unbekannte Situationen einlassen, während ich gleichzeitig mein kleines, vertrautes Zuhause immer dabeihabe.
Heute habe ich wieder eine Wohnung und einen festen Arbeitsalltag. Fred ist trotzdem geblieben, und mit ihm auch die Möglichkeit, an einem freien Wochenende oder in den Ferien einfach wieder loszufahren.
Mein Vanlife sieht heute anders aus als während meiner Monate auf der Straße, aber die Erfahrungen aus dieser Zeit begleiten mich weiterhin. Und ich freue mich schon darauf, mit Fred noch viele neue Erinnerungen zu sammeln.
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