Als Neuseeland-Fan und Herr-der-Ringe-Fan war ich von diesem Buch vom ersten Moment an begeistert. Ein großes Dankeschön geht an Jenny vom Blog Weltwunderer, die mir das Rezensionsexemplar überlassen hat – und herzlichen Glückwunsch zu diesem großartigen Buch. Es hat mich direkt in zwei Welten gleichzeitig gezogen – in die Bilder des Buches und tief in meine eigenen Erinnerungen an Neuseeland.
Mehr als eine Ansammlung von Reisetipps
Was mich sofort überrascht hat: Dieser Reiseführer liest sich wie ein Buch, das man einfach so liest. Die Hintergrundinformationen zu den Drehorten, die Geschichte hinter den Filmen – Der Hobbit, Der Herr der Ringe und Die Ringe der Macht – und dazu Bilder der Locations, die einem sofort das Gefühl geben, mittendrin zu sein. Das ist kein trockenes Nachschlagewerk, sondern ein Buch, in dem man versinkt.
Die Drehorte sind nach Regionen sortiert, was die Planung einer Reise deutlich einfacher macht – und gleich zu Beginn gibt es eine Karte, auf der alle Locations auf einen Blick zu sehen sind.
Die Ringe der Macht – ein unerwarteter Bonus
Ich hatte die Serie noch gar nicht geschaut, als ich das Buch in den Händen hielt. Aber weil auch „Herr der Ringe: Die Ringe der Macht” teilweise in Neuseeland gedreht wurde und die Locations hier aufgeführt sind, habe ich direkt nach dem Lesen damit angefangen. Und was mich dabei überrascht hat: Einige Drehorte der Serie liegen auf Teneriffa – das hätte ich nie vermutet.
Auch zwei weitere Länder tauchen im Buch auf, denn Tolkien war nie in Neuseeland und wurde von Landschaften und Orten in England, und der Schweiz inspiriert. Mittelerde ist also deutlich größer als ich dachte.
Erinnerungen, die plötzlich wieder ganz nah sind
Meine Neuseeland-Reise liegt mehr als zehn Jahre zurück – und dieses Buch hat sie zurückgebracht, als wäre es gestern gewesen.
Eine Erinnerung hat dieses Buch ganz besonders wachgekitzelt: Ich habe den ersten Teil des Hobbits tatsächlich in Neuseeland im Kino gesehen. Ich wohnte damals länger in einem Hostel, und eines Abends sind wir mit einer großen Gruppe losgefahren – in einen kleinen Ort, in ein Kino, das so gar nichts mit den gewohnten Kinosälen zu tun hatte. Statt normaler Kinositze gab es Sofas und Sessel, man konnte es sich richtig gemütlich machen. Den Hobbit, in Neuseeland, umgeben von Menschen aus aller Welt – das war eines dieser Erlebnisse, die man einfach nicht vergisst.

Ich habe damals auch selbst einige Drehorte besucht, die Putangirua Pinnacles zum Beispiel, wo ich auf dem DOC-Campingplatz übernachtet habe und noch ganz frei zwischen den Steingebilden spazieren gegangen bin. Durch das Buch habe ich erfahren, dass der Weg seit Anfang 2024 wegen eines Erdrutsches gesperrt ist. Das hat mich ein bisschen wehmütig gemacht.

Auch Arrowtown habe ich besucht, das hübsche Goldgräberstädtchen nahe Queenstown, in dem gleich zwei Drehorte auf einem kurzen Spaziergang zu finden sind. Im Stadtpark am Fluss, wo Isildur stirbt, und ein Stück weiter die Stelle, wo Arwen mit Frodo die Schwarzen Reiter überquert. Ich war 2012 dort – und ehrlich gesagt braucht man ein bisschen Fantasie, um die Filmszenen wiederzuerkennen. Aber das Wissen, genau an diesem Ort zu stehen, macht es trotzdem zu etwas Besonderem.
Noch mehr Drehorte aus dem Buch
Dann war da noch der Dart River bei Glenorchy mit dem Blick auf die Ebene, die im Film als Isengart zu sehen ist, und Twelve Mile Delta nahe Queenstown, wo Frodo und Sam die Olifanten entdecken. Dort habe ich auf dem DOC-Campingplatz direkt daneben übernachtet, bin morgens zu der Stelle gelaufen und habe mich in den Dreck gelegt – genau wie die zwei im Film (das passende Foto ist leider verschollen).
Und den Mount Ngauruhoe, den Schicksalsberg, habe ich beim Tongariro Alpine Crossing gesehen. Dieser perfekte konische Gipfel, der im Film als Mount Doom dient – der braucht keine Erklärung, der wirkt einfach.

Für wen ist das etwas?
Für alle Herr-der-Ringe-Fans, die Neuseeland lieben oder irgendwann besuchen möchten. Und für alle, die schon dort waren und sich ein Buch wünschen, das die Erinnerungen zurückbringt und gleichzeitig neue Ideen liefert. Bis zur nächsten Reise blättere ich jedenfalls weiter im Reiseführer, schaue noch ein paarmal die Filme – und schwelge in Erinnerungen.
