Der Höga Kusten Nationalpark, offiziell Skuleskogen Nationalpark, liegt an der schwedischen Hohen Küste (Höga Kusten) in der Region Ångermanland, etwa auf halber Strecke zwischen Sundsvall und Umeå. Die Höga Kusten gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe und ist bekannt für ihre einzigartige Landschaft, die durch die starke Landhebung nach der Eiszeit geprägt wurde.
Der Nationalpark wurde 1984 gegründet und ist einer von 30 Nationalparks in Schweden. Er schützt einen der wenigen Küstenabschnitte des Landes, die noch weitgehend unberührt sind: steile Felsklippen, tiefe Wälder, Seen, Schluchten und alte Küstenformationen.
Blick auf die Höga Kusten Brücke
Schon auf dem Weg in den Nationalpark lohnt sich ein Halt am Rastplatz an der Höga Kusten Brücke. Der Blick auf die Brücke und die Küstenlandschaft ist beeindruckend.
Hier gibt es: Toiletten, ein Restaurant, Souvenirläden und ausgewiesene Parkplätze, auf denen man gegen Gebühr mit Blick auf die Brücke übernachten kann.
Es lohnt sich den Berg hinauf zu gehen und von dort die Aussicht zu genießen. Ein perfekter erster Eindruck dieser Region.

Übernachten an der Höga Kusten
Rund um den Nationalpark gibt es kleine Stugas, B&Bs und Campingplätze – viele mit Blick aufs Wasser. Gerade im Sommer lohnt es sich, früh zu buchen, weil die Region bei Schwedinnen selbst super beliebt ist:
➡ Unterkünfte an der Höga Kusten vergleichen

Eingänge & Parken im Skuleskogen Nationalpark
Der Skuleskogen Nationalpark hat drei Haupteingänge:
- Eingang Nord
- Eingang Süd
- Eingang West
Alle drei verfügen über Parkplätze und Infotafeln.
Wir haben uns für den Eingang Süd entschieden – ein idealer Startpunkt für längere Wanderungen, unter anderem in Richtung Slåttdalskrevan.
Start am Eingang Süd
Wir starten unsere Wanderung am Eingang Süd des Skuleskogen Nationalparks. Von hier aus folgen wir zunächst ein Stück dem Höga Kustenleden. Der Weg führt über schmale Holzbohlen mitten durch den Wald. Alles ist still. Gedämpft. Fast ein bisschen verwunschen.
Unterwegs entdecken wir Pilze am Wegesrand, hören Vögel im Dickicht und steigen über ein paar umgestürzte Bäume, die quer über dem Pfad liegen. Der Höga Kustenleden zieht sich ruhig und gleichmäßig durch den Wald und bringt uns langsam weiter ins Landesinnere. Kein Stress. Kein Tempo. Einfach gehen.

Steinfelder, die von der Küste erzählen
Nach einer Weile erreichen wir ein erstes großes Steinfeld. Runde, rot schimmernde Steine, teilweise von grünen Flechten überzogen. Ein Ort, der sofort hängen bleibt.
Diese Steinfelder sind mehrere tausend Jahre alt. Entstanden sind sie, als die Wellen der Küste bei Stürmen Steine aufeinander auftürmten. Mit der Zeit hob sich das Land – und was früher Strand war, liegt heute weit im Inneren des Nationalparks. Ein stilles Zeugnis der Erdgeschichte. Faszinierend. Und irgendwie kaum vorstellbar, wenn man heute hier zwischen Wald und Felsen steht.

Aufstieg zum Slåttdalsberget – Weite gewinnen
Kurz hinter dem Steinfeld zweigt ein Weg nach rechts ab. Wir verlassen den Höga Kustenleden und folgen den Markierungen bergauf in Richtung Slåttdalsberget. Der Wald lichtet sich langsam, die Landschaft wird felsiger. Zwischen grau-roten Felsen wachsen Moose, Flechten und kleine Sträucher in allen möglichen Farben.


Je höher wir kommen, desto weiter wird der Blick. Trotz einsetzendem Regen lassen wir uns die Stimmung nicht nehmen. Oben, am Gipfel des Slåttdalsberget, markiert ein kleiner Steinhaufen den höchsten Punkt. Und plötzlich liegt sie da: die Höga Kusten. Weit. Offen. Groß.

Vom Gipfel aus geht es weiter über eine kurze, aber anspruchsvolle Passage bergab. Hier braucht es zwischendurch die Hände, um sicher über Felsen zu kommen. Das kam ganz schön unerwartet und war eine echte Herausforderung.

Die Slåttdalskrevan – die berühmte Schlucht im Skuleskogen Nationalpark
Die Slåttdalskrevan ist eines der bekanntesten Naturhighlights im Skuleskogen Nationalpark. Die schmale Felsschlucht ist rund 200 Meter lang, an manchen Stellen nur etwa 7 Meter breit und bis zu 30 Meter tief. Entstanden ist sie durch tektonische Bewegungen und die enorme Kraft von Eis und Wasser während und nach der Eiszeit.
Früher führte ein Wanderweg direkt durch die Schlucht, heute ist dieser Abschnitt jedoch gesperrt. Stattdessen verläuft der Weg oberhalb der Schlucht, mit mehreren Aussichtspunkten und Abzweigungen. Gerade bei Nässe, Nebel oder schlechter Sicht ist hier besondere Vorsicht geboten, denn das Gelände ist felsig, steil und stellenweise sehr rutschig.
Auch ohne Durchquerung bleibt die Slåttdalskrevan ein beeindruckender Ort – wild, roh und ein gutes Beispiel dafür, wie ursprünglich die Landschaft an der Höga Kusten noch ist.

Tärnättvattnen – Nebel, Stille und Ankommen
Bevor es anspruchsvoll wurde, kam dieser Moment von purem Ankommen.
Wir erreichen den Tärnättvattnen – und bleiben erstmal einfach stehen.
Der See liegt komplett im Nebel. Still. Mystisch. Fast unwirklich.
Das Wasser ist kaum zu erkennen, alles verschwimmt in Grautönen. Genau diese Art von Stimmung, die man nicht planen kann – und die sich tief einprägt.
Am Ufer steht die kleine rote Schutzhütte. Ein Ort zum Bleiben. Zum Durchatmen.
Hier darf man übernachten, und bei besserem Wetter oder im Sommer ist das sicher ein traumhafter Platz. Wir setzen uns kurz, trinken etwas, lassen die Stille wirken. Kein Reden nötig. Einfach da sein.
Dieser Abschnitt war ruhig. Sanft. Ein Geschenk nach den bisherigen Höhenmetern –
und rückblickend vielleicht genau die Pause, die wir gebraucht haben.
Kleiner Ausrüstungs-Gedanke aus Erfahrung
Nach dieser Tour weiß ich wieder: gute Schuhe und rutschfeste Sohlen sind hier kein Luxus, sondern echte Sicherheit. Gerade bei Regen werden die Felsen extrem glatt.
➡ Meine Outdoor-Empfehlungen für Wanderungen an der Höga Kusten

Orientierung verloren – eine unerwartete Schlucht
Vom Tärnättvattnen aus wollten wir eigentlich weiter Richtung Küste.
Eigentlich.
Die Wege sind hier oben nicht immer eindeutig. Markierungen verschwinden, Pfade verzweigen sich, und irgendwann ist dieses Gefühl da:
Sind wir hier noch richtig?
Wir laufen weiter. Zögern kurz. Und dann stehen wir plötzlich vor einer Situation, die definitiv nicht mehr nach „normalem Wanderweg“ aussieht.
Vor uns: eine extrem steile, schmale Schlucht.
Kein offizieller Pfad. Kein entspannter Abstieg. Sondern Klettern. Rutschen. Festhalten.
Und ja – genau hier hatte ich richtig Angst.
Es ging steil bergab. Sehr steil.
Mit den Händen. Mit wackligen Tritten. Mit diesem inneren Alarm, der sagt: Jetzt bitte keinen Fehler machen.
Ich war fix und fertig. Körperlich. Mental.
Fotos habe ich keine gemacht – dafür war einfach keine Ruhe mehr da. Ich habe nur kurz gefilmt, weil Worte dafür kaum reichen.
Rückweg – müde, aber stolz
Der weitere Weg Richtung Küste fühlte sich dann fast ruhig an. Noch einmal schöne Aussichten. Noch einmal Wasser. Noch einmal dieses Gefühl von: Okay, wir haben das geschafft.
Unten angekommen, haben wir am Strand kurz Pause gemacht. Kein großes Verweilen mehr. Einfach sitzen. Durchatmen. Sammeln.
Der Rückweg führte uns schließlich über den Küstenpfad zurück zum Eingang Süd. Teilweise zugewachsen, teilweise mit kleinen Strandzugängen – aber vor allem: ein Weg zurück. Und genau den brauchten wir in dem Moment.

Eine Wanderung, die wunderschön war.
Und gleichzeitig eine der forderndsten, die ich bisher gegangen bin.
Manche Wanderungen bleiben nicht wegen der Aussicht.
Sondern wegen der Momente, in denen man Angst hatte – und trotzdem weitergegangen ist.
Diese hier gehört definitiv dazu.
Gedanken von unterwegs – und aus dem Leben
In meinem Newsletter teile ich Reise-Momente von unterwegs, Gedanken zum Alleinreisen, zum Wandern und zum Schreiben – und Einblicke in das, was mich gerade beschäftigt und bewegt.
Es geht um persönliche Entwicklung, um Entscheidungen, um Ruhe und Weite in der Natur – und darum, den eigenen Weg bewusster zu gehen. Unterwegs und im Alltag.
Der Newsletter erscheint immer dann, wenn es etwas zu erzählen gibt und begleitet dich mit ehrlichen Gedanken, Inspiration und praktischen Impulsen.
Zum Newsletter anmelden
oh ja, das kenne ich auch. Die Ausschilderung ist in den Nationalparks mitunter ziemlich spärlich und einige Male haben wir durchaus auch schon überlegt, ob wir noch auf dem richtigen Pfad sind.
Allerdings.
Aber die Nationalparks sind einfach so wunderschön und die Wanderungen großartig.